Fachwartinformationen
Obst- und Gartenbauverein Wäldenbronn e. V.

Pflanzenschutz im Mai

Feuerbrand
Da die Häufigkeit des Feuerbrandes an Obstbäumen sich auf ein niedriges Niveau eingependelt hat, müssen bei einem Befall keine Bäume mehr gerodet werden. Ebenfalls besteht auch keine Meldepflicht mehr. Das Risiko der Feuerbrandinfektion besteht erst ab einer Temperatur über 22°C - erkennbar am harzigen Ausfluss. Es ist ausreichend, wenn der befallene Trieb weit ins gesunde Holz abgeschnitten wird.

Schorf
Bei schorfempfindlichen Pflanzensorten (Apfel, Birne) ist immer vor Regenbeginn bei längeren Blattnasszeiten eine Vorbehandlung (Schutzbelag) auszubringen.

Mehltau
Mehltau ist an einem weißen pulverförmigen Belag an jungen Triebspitzen zu erkennen. Die einfachste Methode ist, die befallenen Triebspitzen mit den Fingern abzuknipsen oder mit der Schere abzuschneiden. Eine Entsorgung ist nicht erforderlich, da der Mehltaupilz nach dem Abschneiden abstirbt.

Blattläuse
An Johannis- und Stachelbeeren können die ersten Kolonien der Johannisbeerblasenlaus und Trieblaus auftreten. Bei geringem Befall Blätter entfernen oder Wasser mit etwas Spülmittel oder Seife auf die befallenen Stellen sprühen.

Auswahl der Pflanzen
Bei Pflanzen und Gemüse, ebenso bei Früchten wie Tomaten ist darauf zu achten, dass Sorten angepflanzt werden, die widerstandsfähig gegen bekannte Krankheiten sind. Ebenso werden durch eine vielfältige Bepflanzung natürliche Gegenspieler von Schädlingen gefördert.

Bewässerung früh morgens
An trockenen Tagen sollte das Gießen und Bewässern in den Morgenstunden vorgenommen werden, damit die Pflanzen wieder abtrocknen können und keine Infektionen durch lange Blattnässe entstehen.

Pflanzenschutzmaßnahmen

Kräuselkrankheit bei Pfirsich und Nektarine: Bei Pfirsichen kann es schon im Januar, wenn die Temperaturen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen über 10 C° erreichen, zum Knospenschwellen kommen. Daher ist es sinnvoll, einen schützenden Belag mit einem Kupferpräparat auszubringen. Dies verhindert das spätere Auftreten der Kräuselkrankheit.

Pflanzenschutzmaßnahmen im Frühjahr

Falllaub, das nicht verrottet ist, muss vom Boden an Apfelbäumen entfernt werden. Das ist der beste vorbeugende Pflanzenschutz gegen Schorf, da im Laub vom vorigen Jahr Schorfsporn überwintern und dieser bei Feuchtigkeit wieder auf das neu austreibende Blatt übertragen werden kann.

Daher ist es jetzt bei schorfanfälligen Pflanzensortensorten wichtig, einen Schutzbelag immer vor dem Regen auszubringen.

Mehltaubefallene Triebe werden noch bis Ende April weggeschnitten. Erst danach wirkt ein Pflanzenschutzmittel.

Arbeiten im Juni

Ertragsteuerung am Apfelbaum
Falls noch nicht geschehen, sollten Apfelbäume mit übermäßigem Behang ausgedünnt werden: an Astpartien, an denen sich mehr als vier Äpfel befinden, muss auf drei, oder besser noch, auf zwei Äpfel reduziert werden. Das verbessert die Fruchtqualität und verhindert, dass im folgenden Jahr wenig oder keine Äpfel am Baum sind.

Eine Alternanz (jährliche Schwankung der Ertragsmenge eines Baumes) kann umgangen werden, wenn schon ab einem Stadium von einer maximal daumengroßen Frucht damit angefangen wird, die Anzahl der Früchte zu verringern.

Kirschessigfliege
Um zu verhindern, dass die Kirschessigfliege wieder größeren Schaden anrichtet, besteht die Möglichkeit, engmaschige Netze über die Büsche oder Bäume zu ziehen. Wichtig ist, dass dies vor dem Reifen der Früchte geschieht. Die Netze sollten unten am Stamm eng anliegen, damit die Fliegen nicht eindringen können. Ein schwieriges Unterfangen, das sich aber mit Sicherheit lohnt.

Arbeiten im August

Kirschbäume
An Sauerkirschbäumen ist es vorteilhaft, alle abgetragenen Ruten zu entfernen - diese lassen sich gut an den kahlen Stellen erkennen. Wenn diese Zweige nicht abgeschnitten werden, wird der Neuaustrieb im folgenden Jahr kürzer sein, und es ist mit weniger Ertrag zu rechnen.

Bei Süßkirschen entfernt man überzählige Äste nach der Ernte - dies hat Auswirkungen auf die Wundheilung, die im Sommer besser verläuft als beim klassischen Winterschnitt.

Apfelbäume
Apfelbäume, die wenig Früchte und dafür viele lange Triebe aufweisen, sollten geschnitten werden. Überzählige Triebe, die die Früchte beschatten, werden entfernt. Diese Methode wird als Sommerschnitt bezeichnet und dient dazu, stark austreibende Bäume zu beruhigen.

Beeren
Abgetragene Ruten von Sommerhimbeeren kann man bodennah abschneiden. Bei Johannisbeeren sind die ältesten Triebe zu entfernen, im Frühjahr werden die Sträucher in Form geschnitten.

Arbeiten in den Monaten Dezember bis März

Winterschnitt
Wie in jedem Winter ist es wieder Zeit für den Rückschnitt der Obstbäume.

Kernobstbäume:
An frostfreien Tagen kann mit dem Zurückschneiden überzähliger Äste sowie abgetragenen und abgestorbenen Ästen begonnen werden. Dabei ist es wichtig, auch im oberen Kronenbereich auszulichten, damit der Baum wieder genügend Licht und Luft erhält.

Der Rückschnitt bei Pfirsichbäumen und Beerensträuchern erfolgt im Frühjahr ab März.

Eine Sammelstelle für Schnittgut für das Vereinsgebiet wird im Februar eingerichtet. Nähere Informationen folgen.

Schnittmaßnahmen

Sobald es frostfrei ist, werden Apfel- und Birnbäume geschnitten.

Achtung!
Bei Minustemperaturen sollten keine Gehölze geschnitten werden, da an der Schnittstelle Quetschungen entstehen und somit kein sauberer Schnitt gewährleistet ist. Pfirsichbäume erst ab Beginn der Blüte schneiden - es können alle Triebe um zwei Drittel eingekürzt werden.

Ab Mitte März, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist, werden Beeren zurückgeschnitten.
Bei mehltauempfindlichen Stachelbeeren sind die Triebspitzen um ca. 2 cm einzukürzen.

Rückschnitt von Beerensträuchern im Frühjahr

Himbeeren
Bei sommertragenden Himbeeren werden nicht zu lange, neu ausgetriebene Ruten im Abstand von 30 bis 40 cm stehen gelassen. Diese tragen dann im Sommer Früchte.
Alle anderen - vor allem abgetragene Ruten - bodennah abschneiden.

Herbsthimbeeren
Sträucher der Herbsthimbeere werden komplett bodennah abgeschnitten. Bei diesen bilden sich neue Ruten vom Wurzelstock aus, die dann im Herbst Früchte tragen.

Rote und Schwarze Johannisbeere
Bei der Buscherziehung ist darauf zu achten, dass nicht zu viele Triebe stehen bleiben. 5-7 Triebe sind ausreichend. Die ältesten Triebe sind zuerst zu entfernen. Danach die überzähligen einjährigen oder schräg wachsenden Triebe direkt am Stock abschneiden.
Bei der Erziehung am Draht sollte immer ein einjähriger Trieb senkrecht nachgezogen werden. Egal ob es eine 1, 2 oder dreitriebige Spindel ist.

Stachelbeeren
Bei Stachelbeeren geht man ähnlich vor. Es kommt immer auf den Wuchs an, ob man auslichtet oder zu viele Triebe entfernt. Bei Stämmchen kann generell mehr ausgeschnitten werden, um ein vorzeitiges Vergreisen zu verhindern.
Bei mehltauempfindlichen Sorten sind alle Triebspitzen um ca. 1-2 cm einzukürzen, da hier der Mehltau in den Triebspitzen überwintert.